REITERJOURNAL-EXTRA 2022 - Freitag

Seite 18 Rei ter journal -Ext ra Freitag, 11. November 2022 Mannschaftsgold und Doppelgold in der Einzelwertung, besser hätte die vergangene U25-EM wohl kaum laufen können. Was sagen Sie zum diesjährigen Verlauf der U25-Saison? Sebastian Heinze: Erstmal muss man sagen, dass wir nach Corona alle über die eintretende Normalität froh waren. Wir konnten unseren Fahrplan durchhalten. Das war für die Reiter sehr förderlich und sie haben über die Saison konstant gute Leistungen gezeigt. Hinzu kam, dass wir uns in diesem Jahr in einem Art Umbruchsjahr befinden. Es gab vieles Neues oder besser gesagt viele neue Paare. Alleine hier in Stuttgart sind nur wenige Paare dabei, die auch schon im letzten Jahr beim Piaff-Finale teilgenommen haben. Alles in allem sehr viel Neues und dennoch nicht weniger Erfreuliches. Es gab einige schöne Überraschungen, wie das langjährige Erfolgspferd Carlos unter einer weiteren Erbe-Schwester. Auch Alexa Westendarp etabliert sich mit ihrer Stute im internationalen Sport. Einige Reiter haben in diesem Jahr einen wirklich guten Weg gefunden. Sie sind auch schon gut sowie erfolgreich im richtiU25-Bundestrainer Sebastian Heinze über die U25-Europameisterschaft, die Stärke der U25-Reiter sowie das Piaff-Förderpreis-Finale. gen (langen) Grand Prix unterwegs, weshalb ich glaube, dass wir uns in eine wirklich gute Richtung entwickeln. Bleiben wir bei der U25-EM. Ohne die Initiative von Jessica von Bredow-Werndl sowie Beatrice Bürchler-Keller und der damit verbundenen Bereitstellung von Ferdinand BB wäre die EM sicherlich anders verlaufen. Wie stark sind die deutschen U25-Reiter wirklich? Also ich glaube, dass wir schon echt gute Reiter haben. Sicherlich war es bei der Europameisterschaft schon auch hilfreich, wenn man solch ein Pferd und solch einen Reiter, wie Ferdinand BB und Raphael Netz hat. Raphi ist in den letzten Jahren eine große Stütze unseres Teams gewesen. Dennoch glaube ich, dass bei den U25-Reitern immer wieder neue und sehr interessante Reiter dabei sind. Viele Nachwuchsreiter reiten als Profi oder Halbprofi mit und bilden verschiedene Pferde selbst aus. Ich glaube, dass das auch mittlerweile die Stärke dieser Tour ist, dass sich Reiter mit der Pferdeausbildung bzw. mit der Grand Prix-Ausbildung beschäftigen und sich so immer mehr in den Vordergrund arbeiten. In der U25-Tour oder besser gesagt durch diese Tour haben wir vielleicht nicht sofort einen Olympiareiter, aber die Reiter können sich auch bei den Richtern im Grand Prix-Sport einen Namen machen. Genau das ist uns für die Zukunft wichtig. Ich sehe nicht nur die technische Ausbildung der Reiter als eine meiner Aufgaben, sondern ebenso möchte ich neue Reiter auf den Weg bringen, sie unterstützen und ihnen Mut machen. Selbst mit Reitern wie einer Ann-Kathrin Lindner, die aus der Altersklasse raus sind, habe ich noch Kontakt. Wir tauschen uns immer noch aus, damit ich diese Reiter auch immer noch möglichst optimal weiterbegleiten kann. Sie haben gerade selbst Ann-Kathrin Lindner angesprochen. Was halten Sie von den baden-württembergischen Nachwuchsreitern? In diesem Jahr war wirklich ein großer, guter Teil aus Baden-Württembergern dabei. Hier ist scheinbar ein gutes Potential da und am Ende kommen jedes Jahr ein, zwei neue Reiter aus Baden-Württemberg. Das ist in den letzten Jahren schon auffällig gewesen. Der Nächste, der kommen wird, ist wahrscheinlich Moritz Treffinger. In Baden-Württemberg sind einfach Namen und Reiter da, die gut reiten. Das fällt auf! Das Interview führte Mona-Sophie Bimmel „Wir haben nicht sofort einen OIympiareiter“ Foto: TOMsPic

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